Sinngebung im Wahnsinn

Huch – und plötzlich macht es Sinn!

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Da sitze ich nun, Sonntag nachmittags, total verschwitzt auf meinem Bürostuhl und total happy!

Wie konnte das nur so plötzlich geschehen?

War es dieses wunderbare Kundenfeedback, das ich ausgerechnet heute bekam, wo doch ganz frisch meine neue Webseitenstruktur und mein Konzept der mentalen Systemik fertig war?

War es diese unglaublich Kraft spendende Sicherheit, die sich durch meinen neuen Arbeitsplatz ergeben hatte?

War es die Zusage meiner anvisierten Praxisräume?

Nein! Vielmehr na klar! Also alles zusammen. Plötzlich happy war ich nicht. Das war ich zugegebenermaßen nämlich ziemlich oft. Als plötzlich hatte ich nur die gesamte Entwicklung zu einer völlig stimmigen Sache empfunden. Also die Feststellung, dass alles hatte genau so kommen müssen, wie es einst dann eben doch auszuhalten war.

Denn wo zum Geier wäre ich nur gelandet, wenn gleich alles rund gelaufen wäre? Ich hätte ein vollkommen anderes Leben geführt. Leichter vielleicht, ja. Stressfreier vielleicht, ja. Ok ja, definitiv insgesamt ein paar Dezibel ruhiger, friedvoller, stimmiger, akzeptierter, … Tja, und jetzt bin ich beim Punkt. Definitiv nicht TANJA!

Ich war noch nie das Produkt fremder Erwartungen. Und jedes Mal, wenn jemand versucht hatte, mich zu kritisieren ging ich auf wie ein Marshmallow in der Mikrowelle.
Und jedes Mal, wenn ich umzusetzen versucht hatte, was andere – nicht selten gut meinende – Menschen, der Mainstream an Logik oder die Klassiker aus Erfolgs- und Anziehungsgesetzen mir zu vermitteln versuchten, landete ich postwendend wieder am Anfang meiner verzwirbelten labyrinthischen Einbahnstraße.

Bestandsaufnahme

Manchmal ist es an der Zeit, eingetretene Pfade zu verlassen, bekannte Systeme aus einer höheren Perspektive zu betrachten, mit sich selbst auf die Seite zu treten und sich zu fragen: „Hey, is dit hier wirklich der Weisheit letzter Schuss?“

Ich habe das getan, immer wieder. Denn ich musste es tun. Mein Leben war derart von für den Moment nicht zu ändernden Gegebenheiten versalzen, dass ich nicht annähernd so viel Wahlen hatte, wie mir mein Umfeld berat-schlug. Bei manchen klingt dieser Moment so überaus erleuchtend. Byron Katie beispielsweise. Sie lag sprichwörtlich am Boden und plötzlich wurde es Licht …

Also ich hab ja immer wieder mit mehreren Taschenlampen aus der tiefsten Grube geleuchtet und die Menschheit mit zahlreichen Erkenntnissen bereichert. Nur hören wollte das niemand. Geteilt wird alles auch nur ab einem gewissen Bekanntheits- oder Nützlichkeitseffekt.

So nahm meine gefühlte Weisheit mit jeder Bauchlandung so weit zu, dass ich mich eines Tages beim Hundegassi beim laut Lachen erwischte.

Ja verdammt, mein Leben war gerade verdammt kompliziert. Aber ist das denn ein Grund, mich am Stresswettlauf unserer Zeit zu beteiligen und Vorzeigetrübsal zu blasen?

Ja, manche brauchen das. Ich nicht. Und jetzt sind wir beim Thema.

Was jemand braucht und was nicht …
Wer jemand ist und wer nicht …
Wie jemand sein soll/möchte und wie nicht …

… sind alles Fragen, die ich am eigenen Leib erfahren habe. Daraus ist mein Konzept der mentalen Systemik entstanden. Methodische Haltung, Arbeitsinstrument und Prozess zugleich. Darstellung der mentalen Systemik

Für mich ist >> mentale Systemik die Kunst, sich selbst zu betrachten – inmitten aller eigenen und fremden Erwartungen eine innere Vision zu kreieren oder zu spüren und aus ihr Kraft und Lebenssaft zu ziehen, bis auch das Außen (wieder) im eigenen Sinne spiegelt. Sinngebung im Wahnsinn, könnten es humorvolle Beobachter nennen.

Das bedeutete für mich persönlich, einen Fuß nach dem anderen zu setzen, immer wieder einzuhalten und darauf zu achten, ob ich mich bei dem, was ich tat, noch gut fühlte. Manches Mal hatte ich auf diese Weise entdeckt, dass ich zwar gut gemeinten, aber für mich unpassenden Ratschlägen gefolgt war. Nicht selten war ich bestimmte Wege gegangen, weil sie halt logisch waren, meinen Chancen entsprachen usw.

Wenn ich davon sprach, wo ich gerade stand, gab es ab und an Äußerungen, die mein Leben oder die Art und Weise wie ich es aus ihrer Sicht anging bewerteten. Mein schlechtes Mindset sei an allem Schuld. Das empfand ich zu diesem Zeitpunkt als Schlag in mein Gesicht. Denn es missachtete alles, was ich gerade hinter mir gelassen hatte und nun am Auslöffeln war.

Ich hätte noch ungelöste Baustellen, die sich klar in meinem Leben zeigten. Auch das fand ich sehr anmaßend. Woher wollten Außenstehende meine Baustellen bewerten? Ich war mehrere Jahre durch die sehr komplexe Dr. Migge-Ausbildung mit hohem Selbsterfahrungsanteil gegangen und fühlte mich aufgeräumter denn je.

Mein Bauchladen sei Schuld, ich müsse mich fokussieren. Allein diese auch im Marketing gültige Regel kostete mich einen Umweg von fast 2 Jahren.

Außerdem war da noch vieles andere mehr. Meine eigenen Glaubenssätze zum Beispiel. So hatte sich mein Wahrnehmungsradius arg verengt und ich nahm ausschließlich Kollegen war, die selbständig waren oder sich gerade auf dem Weg dorthin befanden. Ich glaubte ernsthaft, ich würde nur erfolgreich und damit gesellschaftsfähig sein, wenn ich in der Lage war, von meinem Angebot zu leben. Dabei verglich ich mich mit Selbständigen, die völlig andere Grundvoraussetzungen hatten.

Völlig perplex war ich dann über die Feststellung, dass ich in einer Anstellung viel mehr meiner Neigungen und Fähigkeiten ausleben konnte, als im Einzelkämpferdasein. Sollten es manche doch als gescheitert betrachten. Ich war seither drei Etagen gewachsen. Denn endlich erlebte ich, welche Fähigkeiten ich hatte. Und dass sich mit dieser meiner neuen Tätigkeit vollkommen neue Türen in eine andere Welt öffneten, die ich vorher gar nicht mehr zu sehen in der Lage war.

Jetzt bin ich mit Leib und Seele – ICH 🙂 .

Ich bin ein sehr vielseitig orientierter Charakter und lass‘ mich auf kein Zielgruppen- oder Erwartungsgepresse mehr ein. Und ich hoffe, dass es mir im beruflichen und privaten Umfeld gelingt, stets an diese Erkenntnis zu denken, wenn ich einmal zu schnell geneigt bin, jemand anderen in eine Schublade zu stecken.

Was bringt mir das für den Moment ein? Den Verlust aller bisheriger Artikel-Likes durch Domainänderung. Aber damit lebe ich nun auch 🙂 . 

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Tanja Falge
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